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Winiotis Kaspersky, eigentlich ein komischer Vogel und immer gut für Gerüchte. Man munkelt er sei halb Grieche und halb Zigeuner von unbekannter Herkunft. Keiner hat bisher jemals herausbekommen, wovon dieser, eigentlich recht westeuropäisch aussehende, bereits im frühen Mannesalter mit einer Halbglatze gesegneter Zeitgenosse seinen Lebensunterhalt bestreitet. Die einen behaupten, er wäre maßgeblich am schwunghaften Handel mit Versuchstieren jeglicher Art, die recht einfach auf Kreta einzufangen sind und mehr oder weniger seriösen Pharma-Unternehmen in Westeuropa beteiligt.
Für die anderen ist er ein mürrischer Computerfreak, der nach getaner Arbeit sein doch recht mühsam verdientes Geld mit ziemlicher Regelmäßigkeit in den umliegenden Schänken verteilt.
Das einzige, was ihn wirklich auszeichnet, ist seine Unzuverlässigkeit bezüglich vereinbarter Termine und die Fähigkeit, einmal erschienen, nicht eher wieder zu gehen bis entweder alle technisch relevanten Probleme gelöst sind, oder jedwede noch verwertbare Spirituose den Weg alles vergänglichen genommen hat, oder am besten beides.
Im letzteren Fall bevorzugt er den folgenden Tag in seinem sehr günstig angemieteten Haus zu verbringen und sich Gewitter oder ähnliche Naturereignisse herbeizusehnen, die es ihm ermöglichen einen weiteren Tag dort zuzubringen und sich mit (keiner weiß bis jetzt genau mit welchen) abstrusen Dingen zu beschäftigen.
Es gibt immer noch Dorfbewohner, die behaupten, er würde dann, mit einem seltsamen Umhang bekleidet in der Küche zu sehen sein, eigenartige Gerichte zubereitend, um diese dann mit mindestens zwei Hunden, mehreren Katzen und einer weiblichen Person, unbestimmten Alters, aus ein und demselben Gefäß zu verzehren.
Am nächsten halbwegs sonnigen Tag sieht man ihn dann, meistens gegen Mittag, mehrere Kisten oder Kartons in sein verbeultes Auto laden und in einer Staubwolke Richtung Stadt verschwinden.
Keine Sorge! Winiotis wird spätestens, noch am selben Abend, nach getaner Arbeit, wieder in den einschlägig bekannten Spelunken auftauchen, jedem, ob gefragt oder nicht, in mindestens drei verschiedenen Sprachen, in jeweils ziemlich unverständlichen Dialekten versuchen zu berichten, wie schön doch das Leben auf Kreta ist.
Diese Kurzgeschichte erreichte uns im Februar 2005 von einem Anonymen Autor
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