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Komboloi

Willkommen im Bergdorf Maroulas

Weinpressung

Die Säcke werden in die Presse entleertDie Trauben sind nach wilder Bergfahrt heil im Keller von Niko angekommen, nun heißt es, die Säcke mit den Trauben in die Presse zu schütten. Raten Sie mal, wer das machen durfte? Aua, diese Arbeit ist wirklich Rückenunfreundlich! Dann werden die Trauben gut in der Presse verteilt und müde Frauenarme hatten Gelegenheit mittels des Handrades die Trauben durch das Mahlwerk zu drehen. Derjenige, der die Trauben immer wieder Nachstopfen muss, schwebt ständig in der Gefahr, das seine Hand in das Mahlwerk gerät. Und immer schön auf das Händchen aufpassen!Wenn Sie also auf Kreta mal jemand ohne rechte Hand treffen, könnte es sein, das er Weinbauer ist! Der ausgequetschte Traubensaft fällt vermischt mit den Fruchtteilen in das Auffangbecken. Diese Methode mit der Presse ist schon sehr fortschrittlich. Bauern mit kleineren Weinfeldern schlagen die Ladefläche ihres Pick-Up mit Folie aus und zerstampfen die Traubenmasse mit den Füßen. Auf den Außenstehenden wirkt diese Methode nicht gerade Appetitlich, aber sie ist auf Kreta eigentlich Gang und Gebe! Sack für Sack wird nun vom Pick-Up  in die Presse entleert Nimmt das denn kein Ende?und das Auffangbecken füllt sich zusehends. Am Ende des Auffangbeckens befindet sich ein Rohr mit Absperrventil. Vor dem Rohrausgang wird ein Filtertuch gewickelt und nach öffnen des Ventils strömt der noch unfertige Wein in 200 Liter Plastikfässer. Sind die Fässer gefüllt, prüft Niko mit einem Öchsle-Messgerät den Zuckergehalt des Weines. Sollte der Zuckergehalt zu hoch sein, wird etwas Wasser beigemischt, um den Wert abzusenken. Das Beimischen von Zucker ist, falls der Wein Das Auffangbecken, gefüllt mit schon fast 1000 Liternnicht süß genug, allerdings verboten. Aber dieses Problem tritt auf Kreta nicht auf, denn durch die hohe Anzahl an Sonnentagen wird der Wein meistens zu süß, so das er eventuell mit Wasser verdünnt werden muss. Am Ende der Weinernte stehen in Nikos Keller 18 Fässer mit Wein! Allerdings ist der Wein nun noch nicht trinkbar. Er wird einige Wochen gären müssen. Dabei brodelt es in den Fässern und der gute alte Weingeist entsteht. Die Gärgasse müssen entweichen können, dazu deckt Niko die Fässer mit Tüchern ab. Würde er gleich die Deckel draufmachen, könnte eines der Fässer im schlimmsten Fall vom Druck Die nächste Fuhre kommt!platzen oder es würde ein Überdruck entstehen, der das Öffnen des Deckels verhindert. Bei diesen Gärvorgang entstehen in den Fässern Temperaturen von bis zu 40 Grad, was man durch Handauflegen Eindrucksvoll festellen kann. Nachdem in den Fässern Ruhe eingekehrt ist, wird der Wein nochmals durch ein Flies gefiltert, wobei die restlichen Schwebstoffe entfernt werden, die bei der Gärung entstanden sind. Danach wird der Wein in Holzfässer gefüllt und kann in Ruhe reifen. Bei all der Arbeit, will auch mal der Hund gestreichelt werden!Nun aber noch mal zurück zum Auffangecken. Dort liegen immer noch die ausgequetschten Traubenreste. Sie werden nicht etwa auf den Kompost geworfen, Nein, der Kreter stellt daraus sein “Kummermittel” her, den Raki! Übernommen haben Sie das von den Türken, die ja bekanntlich die Insel längere Zeit besetzten. Das “Schlechte” der Türken verdrängt man hier gerne, das “Gute” trinkt man zu jeder sich bietenden Gelegenheit! Um aus dem Traubenrest ca. 350 Liter Raki zu gewinnen, füllt Niko die Reste ebenfalls in Fässer und lässt die ”Pampe” einige Tage gären. Um so länger die Gärung dauert, desto höher der Alkoholgehalt des “Teufelszeugs”. Dann gibt Niko die Fässer zu einer größeren Brennerei oder lässt das Brennen hier in Maroulas durchführen von den zwei berechtigten Personen mit der “Lizenz” zum Brennen. Sie möchten auch darüber näheres erfahren? Kein Problem, diesen Vorgang beschreiben wir auf der nächsten Seite. Ein langer Ernteeinsatz geht zu Ende und eigentlich hatten die Gasthelfer gedacht, am Ende des Tages den frischen Wein genießen zu dürfen. Nun sind wir schlauer und wissen, das dieses noch Wochen dauern wird. Niko blickte also in die enttäuschten Gesichter und als wenn er es ahnte, führte er seine Gäste in sein Heiligtum, den Lagerraum der Holzfässer. Schmunzelnd legte er eine Hand auf ein Fass und fragte: “Reicht das für eine Abschlussfeier am Abend?” Und so endete der Erntetag in einer gemütlichen Runde, bei Salaten,Lammfleisch und gutgereiften Wein des Vorjahres. Der Webmaster ist jetzt schon gespannt auf die Qualität des neuen Weines und wartet auf seinen Wintervorrat, den Niko demnächst in Wasserflaschen abgefüllt bei ihm abliefert. Nicht ganz Stilecht, aber halt typisch kretisch!

In geselliger Runde klingt der Abend aus.

Unser Dank geht an Niko Makolakis , der uns diesen wunderschönen Tag ermöglichte!

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