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Wasserweihe II

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Der Musikzug war hinter uns schon zu hören, als wir am Hafen eintrafen. Was uns dort erwartete, war überwältigend! Hafen von Rethymnon 2005Der ganze Hafen war bei strahlender Sonne gesäumt mit Menschen! Vom Leuchtturm bis zum alten Zollgebäude stand die Menge dichtgedrängt, um das Spektakel mit zu erleben! Wo bitte sollten wir jetzt noch einen guten Platz zum Fotografieren finden? Wir versuchten unser Glück gegenüber vom alten Leuchtturm, dort wo die beiden Segelboote lagen. Hinter uns kamen immer mehr Leute und wollten an den gleichen Platz. Einladung für Schaulustige1 Aber wie es nun mal so auf Kreta ist, Hilfe kommt immer dann, wenn man am wenigsten damit rechnet! Ella, Martini rief mit einmal eine Stimme vom hinteren Segelboot. War das nicht mein alter Freund Stratos, der Manager vom Brazos Hotel? “Warum kommst Du nicht auf unser Boot, hier kannst Du alles am besten beobachten” hörte ich ihn sagen! Das war doch das, worauf wir gehofft hatten! Schnell ging es über die Reling auf den Segler und in der Tat, volle Sicht auf das Geschehen! Das Hafenbecken war voll mit Booten, die bis zum letzten Platz mit Zuschauern gefüllt waren. Selbst auf der Fähre standen Zuschauer und genossen den Ausblick auf den alten Hafen von Rethymnon.   Nun konnte man hören, wie sich der Musikzug mit lauten Trommeln näherte. Die Geistlichen begaben sich auf die Tribüne, die wir Morgens bereits leer gesehen hatten, dazu gesellte sich dann auch die gesamte Prominenz. Hoffentlich würde die Tribüne das Gewicht von so viel geballter Macht und Würde aushalten, war mein erster Gedanke!

die Kichenführung ist versammelt! Leuchtturm mit Fähre im Hintergrund

Vor uns mühte sich das Ruderboot der Pfadfinder, die Ruderschläge mit dem Außenborder zu koordinieren, was fast dazu führte, das ein Schlauchboot versenkt wurde. Gott sei Dank, hatten sie nicht auch noch die Segel gesetzt!

Chaos pur, warum das Wort wohl aus den griechischem kommt? Jeder möchte den besten Platz zum sehen ergattern!

Um 11:30 wurde dann der erste nackte Männerkörper gesichtet, auf einem Boot der Wasserwacht. War er nicht etwas alt für die Zeremonie? Nein, er war gar kein Teilnehmer, sondern ein Rettungsschwimmer, der die jungen Burschen aus dem 1,50m tiefen Wasser retten sollte. Clever vorbereitet, dachte ich noch, als plötzlich ein Markerschütternder Ton mich fast vom Segler fegte! Die Fähre eröffnete mit einem Dauerton aus ihrem Horn die Veranstaltung!

Rettungsschwimmer Signalraketen verdunkeln den Himmel

Plötzlich zündeten alle Boote auf dem Wasser ihre Signalraketen und dann standen auch schon die jungen Männer vor der Tribüne, bereit zum Sprung in das ca. 12 Grad kalte Wasser. Der Bischof erhob das goldene Kreuz, das noch mit einem Band zum besseren Greifen versehen war. Die Muskeln der jungen Männerkörper spannten an, sehr zu Freude der anwesenden Damenwelt. Mit einen gezielten Wurf, schleuderte der Bischof dann das Kreuz ca. 5 m entfernt ins Wasser. Damit hatte er nun das Wasser mit dem Heilgen Kreuz geweiht und  die Jungs waren dran! Mit Kopfsprüngen hechteten sie in das Hafenbecken, ein einziges Gebrodel im Wasser, das stark an die Fütterung von Fischen erinnerte. Dann ging es sehr schnell, der schnellste packte das Kreuz und küsste es ab!

Die Schwimmer starten! Der sieger steht fest!

Die Menge an der Mole klatschte und pfiff vor Begeisterung, Bootssirenen, Signalhörner, Gewehrschüsse, was für eine Bombenstimmung im Publikum. Erneut wurden auf den Booten Signalraketen entzündet und hüllten das ganze Geschehen in eine Nebelwand ein, über allem wehten die griechischen Flaggen!

Die Menge jubelt!

Der junge Mann brachte das Kreuz zum Bischof und bekam einen Extrasegen, der ihm das ganze Jahr Glück bringen soll! An den verzückten Augen der jungen Mädchen konnte man schon erahnen, wo sein ganz persönliches Glück in diesem Jahr liegen dürfte. Da wäre man auch gerne noch mal jung, hätte Schwimmhäute zwischen den jugendlichen Fingern und ein Siegerlächeln auf den Lippen!

Noch mehr Signalraketen!
Über allem weht die Flagge!
Gespannte Blicke
Dichtes Gedränge!

Diese ganze Aktion dauerte ungefähr 15 Minuten und man konnte gar nicht so schnell alle herrlichen Momente verinnerlichen. Gott sei Dank, ist die Kamera ja voller gelungener Bilder und man kann am heimischen PC noch mal alles in Ruhe nachvollziehen! Aber dabei sein war alles und das Wasser ist geweiht!

Der Fotograf wird fotografiert Jetzt nur nicht über die Reling stolpern!

Um 12:00 löste sich das ganze auf, die Kreter trieb es nun in die Tavernen und Straßencafes, die teilweise extra für diese Tag geöffnet hatten. Eine Sondereinlage brachten dann noch die Pfadfinder, die versuchten vor dem schneebedeckten Psiloritis rückwärts aus dem alten Hafen zu kommen! Na ja, normalerweise sind die Jungs ja auch nicht auf Bootsplanken unterwegs!

Ab in die Tavernen! und die brauchen noch etwas länger nach Hause!

Auch wir beschlossen, nun das Feld zu räumen und uns in eine Taverne zu setzen und den Tag bei einem gemütlichen Essen ausklingen zu lassen. Mit tausenden von Besuchern schoben wir uns nun die Strandstraße entlang bis eine nette Taverne gefunden war. 2005 war ein gelungenes Epiphanienfest!

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