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Fest der Wasserweihe

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Am 6. Januar wird in Griechenland am orthodoxen Kirchentag Theophanie das Epiphanienfest (Wasserweihe) begangen. Zu Wasserweihe, auch Fóta genannt, begeben sich alle Einwohner Kretas zu den Gewässern des Ortes. In Rethymnon begibt man sich natürlich ans Meer, im Ort Kournas an den Süßwassersee, aber auch an Flüssen wird die Zeremonie begangen. Bei strahlenden Sonnenschein und Temperaturen um die 19 Grad zog es auch dieses Jahr viele der Bewohner von Maroulas hinunter zum alten Hafen von Rethymnon. Im Alten Hafen Wir möchten an dieser Stelle über den Ablauf dieses besonderen Festes berichten. Rechtzeitig um 9:00 fuhren wir mit dem Wagen hinunter an die Strandstraße und stellten dort unser Auto ab. Zuerst zog es uns natürlich in den alten venezianischen Hafen von Rethymnon, wo schon emsige Helfer am Vorbereiten der Veranstaltung waren. Beamte der Hafenpolizei installierten Lautsprecher und ein Podest, auf dem später der Bischof von Rethymnon die Zeremonie leiten sollte. Der eigentliche Ausgangspunkt der Veranstaltung befindet sich aber einige Hundert Meter entfernt in der großen Kirche, die in der Mitte der Arkadiou in einer Seitenstraße liegt. Also schlenderten wir dort gemütlich hin und stellten uns auf den Kirchenvorplatz um das Geschehen live zu beobachten. Um 9:30 fuhr ein Militärlaster Antreten der Soldatenvor und 15 Soldaten sprangen von der Ladefläche und nahmen Aufstellung vor dem Eingang der Kirche. Um die Kirche herum eine Unmenge an Verkehrspolizisten und selbst Angehörige einer Spezialeinheit musterten kritisch jeden, der den Platz betrat! Wenige Minuten später wussten wir warum! Zuerst fuhr ein schwarzer Mercedes mit Stander und Sonderkennzeichen vor. Das Kennzeichen bestand nur aus Drei großen schwarzen Buchstaben auf verchromter Platte. Eilig öffnete der Fahrer den Wagenschlag und heraus stieg der Bischof des Bezirkes. Ein Offizier ließ die Soldaten strammstehen und der Bischof schritt die Front ab und verschwand eilig in der Kirche. Dann ging es Schlag auf Schlag, ein Mercedes nach dem anderen, Bürgermeister, Provinzvorsteher, Polizeichef, Chef der Hafenbehörde, Vorsitzende der Pasok und Neo Demokratia, alle mit Fahrer und wichtigem Gesicht! Die Soldaten konnten gar nicht so schnell mit Grüßen folgen, wie das Who is Who von Rethymnon eintraf. Ein idealer Ort um Kontakte aufzufrischen! Während dessen verteilte die Verkehrspolizei sehr zur Freude der Schaulustigen Strafmandate an Fahrzeuge, die rund um die Kirche standen. Aus allen Richtungen strömten Popen in Richtung Kirche, seltsamer Weise trugen sie alle einen Aktenkoffer bei sich. Sah eigentlich mehr nach einem Treffen von Versicherungsvertretern aus - In der KircheHerr Kaiser von der Hamburg Mannheimer lässt grüßen! Nach dem die Kirche zusehends voller wurde, entschlossen auch wir uns, den Platz ins innere zu verlegen. Wir stiegen also durch den Seiteneingang in den ersten Stock und nahmen auf der Empore Platz! Idealer Ort, um vom Geschehen alles mitzubekommen. Faszinierend glänzten die riesigen Leuchter unter der Decke und unter uns ein Gewusel an Popen, Ministranten und Gläubigen. Ständiges Bekreuzen und eine Unmenge an Gebeten begleiteten die Zeremonie. Der Bischof und seine Popen waren in wunderschöne Gewänder gehüllt und zogen alle Register der orthodoxen Kirchentradition. Es wurden große Gefäße gesegnet und dann wurde das geweihte Wasser in Bechern an die Gläubigen ausgeteilt. Dazu gab es Brotstücke, was uns besonders traf, hatten wir doch noch nicht gefrühstückt und Die Musik marschiert auf! saßen auf der Empore weit entfernt von der Verteilerquelle! Nachdem uns von Weihrauch und Gebetspsalmen schon ganz schwindelig wurde, beschlossen wir auch den draußen stehenden noch eine Chance auf einen guten Platz zu überlassen. Im übrigen war es draußen viel interessanter! Am Kirchenvorplatz zog gerade der Musikzug der Stadt Rethymnon auf, alle in edles Rot gekleidet, bis auf den Leiter des ganzen, er sah im Anzug eher nach einem Athenpolitiker aus. Mittlerweile waren drei Fernsehsender vor Ort mit jeweils einem Kameramann und einer Reporterin. Schnell hatte so manch Unbeteiligter ein Mikrofon im Gesicht und durfte ein kurzes Statement abgeben. Ja, das liebt der Kreter, morgens Interviews geben und Abends im Fernsehen im Kreise der Lieben fachmännische Kommentare abgeben! Die Geistlichen kommen aus der Kirche.Um 10:30 fingen die ersten Glockenschläge an und nun musste es doch langsam mal losgehen! Weit gefehlt, wenn Weihe, dann aber mit Ausdauer! Dann endlich um 11:00 zog der Glöckner von Rethymnon alle Register und brachte die Glocken in Höchstform. Langsam kam Bewegung in die Menschenmasse, denn die ersten Besucher strömten aus der Kirche. Das  veranlasste uns, in Position zu gehen! Endlich kamen die ersten Würdenträger aus der Kirche. Sie trugen Ikonendarstellungen der Taufe Jesus und andere Kostbarkeiten.  Nachden die Menge Platz machte, reihten sie sich hinter den Musikzug ein. Die Soldaten marschierten direkt dahinter und dann der Tross der Gläubigen. Wir hechteten bltzschnell über den Kirchplatz um für unsere Leser die besten Aufnahmen in den Kasten zubekommen. Atemlos, einige Körperlängen vor den Fernsehteams konnten wir die besten Bilder von dem startendem Zug machen. Dann sind wir durch einige Seitengassen gelaufen, um dem Zug wieder vor dem Hafen abzufangen!

Der Bischof schreitet voran! Durch die Gassen zum Hafen!
Der Musikzug voran!

Während des Marsches bleibt einige Zeit, um über die Hintergründe des Epiphanienfest nachzudenken.

Was sagt die Kirche dazu?

Zum Fest der Taufe Christi findet in jeder orthodoxen Kirche die große Wasserweihe statt. Wo es möglich ist, wird dieser Gottesdienst beim fließenden Wasser zelebriert. Das gewöhnliche Wasser wird zum Weihwasser. Es wird in Ehrfurcht getrunken und benützt. Mit dem geweihten Wasser segnet der Priester die Wohnungen der Gläubigen und all ihre Dinge. Der Priester bringt die Botschaft der Erscheinung des Herrn auch von Haus zu Haus der Gläubigen. Das geweihte Wasser wird im Altar und auch zu Hause mit großer Frömmigkeit bewahrt. Die Gläubigen trinken dieses Wasser in Ehrfurcht am Morgen, wenn sie nüchtern sind.  Jetzt erfährt nicht nur der Mensch Segnung und Weihe, sondern die gesamte Schöpfung; denn alles was es auf Erden gibt, die Städte, die Wälder, die Wohnstätten, die Arbeitsstätten, die Meere und Flüsse, die Menschen und die Tiere, alles wird mit dem Wasser des Lebens gesegnet und geweiht. Durch die Gotteserscheinung zur Taufe Christi ist alles eingeladen, sind alle eingeladen zur Reinigung des Geistes, des Lebens im Licht des Evangeliums.

Was passiert im einzelnen nach dem Gottesdienst?

Nach dem Besuch der Kirche wandern alle zum Gewässer des Ortes, wie bereits erwähnt entweder zum Meer, zu den Flüssen oder Seen. Der Bischof des Bezirkes, oder auch in kleinen Dörfern der Pope des Ortes, wirft ein orthodoxes goldenes Kreuz ins Wasser, welchem ausschließlich jüngere Männer hinterher hechten, ungeachtet der im Januar eisigen Wassertemperaturen. Wer das etwa 15 x 10 cm große Kreuz als erster rausfischt, erhält den besonderen  Segen des Bischofs oder des Popen. Außerdem heißt es, das er im kommenden Jahr besonders viel Glück hat. Als Sitte besucht er dann mit dem Kreuz alle Haushalte in seiner Nachbarschaft. Dort wird ihm ein Getränk oder Weihnachtsgebäck gereicht und oft bekommt er ein Geldgeschenk.

Nach etwa 15 Minuen sind wir am alten Hafen von Rethymnon angekommen, dazu aber mehr auf der nächste Seite!

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