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Komboloi

Willkommen im Bergdorf Maroulas

Die Rakiherstellung

Im Oktober kurz nach der Weinernte beginnt in Maroulas die Herstellung des traditionellen Tresterschnaps “Raki”. Die Herstellungsweise geht auf die türkische Besetzungszeit zurück. Im Dorf gibt es zwei Familien, die eine behördliche Erlaubnis zum Raki brennen besitzen. Beantragt wird diese bei der Finanzbehörde und bei Erteilung der Lizenz wird eine Gebühr fällig. Die Finanzbehörde und Polizei überprüfen zur Brennzeit streng die Lizenzen. Im Brennbehälter wird die Lizenznummer eingestanzt uns lässt sich somit leicht überprüfen. Lässt sich ein illegaler Schnapsbrenner erwischen, droht ihm eine saftige Strafe und der Brennbehälter wird eingezogen.  In unserem Dorf hat der Besitzer der Taverne Michalis  und der alte Schäfer Manousos eine Lizenz. In diesem Jahr möchten wir Ihnen Manusos und sein Brennverfahren vorstellen. Der Brennofen liegt in Sichtweite vom Haus des Webmasters und qualmt nun bereits den dritten Tag. Laufen wir doch einfach mal den Berg hinauf und beobachten den alten Manousos bei seiner Lieblingsbeschäftigung!

Links ist die befüllte Destilationsblase zu sehen und das Rohr, in dem das Destillat in Richtung Wasserbad läuft.

Das Rohr führt durch das Wasserbad und kühlt den Alkoholdampf ab. Dann läuft der Trester in Richtung des Auffangbehälters.

Am Ende des Rohres tropft der fertige Raki noch lauwarm in den Auffangbehälter. Um Schwebstoffe aufzufangen, hat Manousos ein Stück Flies über den Behälter gelegt und darüber zusätzlich etwas Haushaltswatte. Pro Brennvorgang ergeben sich ca. 8 Liter Raki, die dann später in Flaschen aufgezogen zu werden.

Zum besseren Verständnis erklären wir mal die einzelnen Arbeitsschritte!

Zuerst werden die Weintrauben von den Reben gepflückt und entweder mechanisch oder mit den Füßen ausgeprest. Der Wein wird aus dem Auffangbehälter gelassen und übrig bleiben die Traubenreste. Diese werden nicht etwa weggeworfen, sondern eignen sich zur Herstellung des Raki! Abgefüllt in große Plastikfässer gärt die Masse etwas 10 Tage und wird dann zum Brennofen gebracht.

Hier sehen Sie die noch geöffnete Brennblase, in die Manousos den Traubenbrei einfüllt. Der Behälter fasst ca. 20 Kilo der gärigen Traubenmasse. Dieses sieht etwas unappetitlich aus, wird sich aber gleich zu reinem klaren Raki verwandeln.

Nun reinigt Manousos den Bereich, auf den gleich das Oberteil der Brennblase kommt. Dieses muss sehr sorgfältig geschehen, damit der Dampf nicht seitlich entweichen kann..

Die Brennblase wir gründlich mit Wasser gereinigt, bevor sie auf den gefüllten Untertopf gebracht wird.

Mit etwas Gefühl wird das Oberteil aufgesetzt und der nächste Schritt vorbereitet.

Der graue Klumpen ist ein Tongemisch aus den Bergen und wird benutzt um die Brennblase gegen entweichenden Dampf abzudichten.

Sorgfältig verschmiert Manousos die Nahtstelle zum Unterbehälter mit der Tonmasse.

So, die Hauptarbeit ist getan und der Ofen ist fertig für den nächsten Schritt!

Nun wir in der Brennkammer unter dem Behälter ein deftiges Holzfeuer entzündet, das ungefähr 15 Minuten benötigt, um den Brei zum verdampfen zu bringen

Nach ca. 15 Minuten tropft der erste frische Raki aus dem Endrohr! Bis der Kanister mit ca. 8 Litern gefüllt ist, vergeht ungefähr eine Stunde.

Nach dem Brenndurchgang ist das Faß schon gut gefüllt und dürfte reichen, um das Dorf in einen Vollrausch zu versetzen.

Der Rest der ausgekochten Masse kippt Manousos dann seinen Ziegen auf einen Haufen. Vereinzelt wurden schon angetrunkene Ziegen beobachtet, die vom gärigen Restalkohol freundlich dreinblickend durchs Dorf trabten!

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