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Ostersonntag in Maroulas

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Der Ostersonntag ist eigentlich der schönste Tag des Osterfestes auf Kreta, vorausgesetzt man feiert zusammen mit Griechen und gräbt sich nicht gerade in sein Hotelzimmer ein. An diesem Tag sitzen überall auf der Insel die Familien gemütlich mit Ihren Freunden zusammen und freuen sich über die Auferstehung. Natürlich gibt es auch “Kleinigkeiten” zu Essen, denn die Fastenzeit ist beendet und nun darf man wieder Fleisch essen. Schauen wir uns das Geschehen mal näher an! Es ist 10:00 Morgens, Rechts sehen wir den bekannten Maler Georgius Christides bei der Gartenarbeit - sollte man meinen! Was Anfangs nach Gartenarbeit aussieht, ist eine der wichtigsten Amtshandlungen des kretischen Mannes! Seit eine Stunde schüttet Georgius aus grauen Säcken frisch geköhlerte Holzkohle in seinen Garten und entfacht ein Grillfeuer, das in seinen Dimensionen aussieht als wolle er ganz Maroulas verköstigen. Von seinem Lieblingsschlachter hat er “einige” Delikatessen erworben, die er den Gästen servieren möchte. Auf seiner Einkaufsliste standen eine wilde Bergziege, ein junges Lamm, ein älteres geschmackvolles Lamm und diverse Hühner. Georgius bedient sich dieses Jahr einer alten Tradition aus Axos. Die Tierhälften werden aufgespießt und im Stil der “Pssiesstaria-Tavernen” seitlich am Feuer aufgestellt. Der Vorteil ist, das man nicht stundenlang das Fleisch kurbeln muss. Das Fleisch wird durch diese Art besonders kross. Gemütlich stehen die Männer beisammen und fachsimpeln darüber, ob das Fleisch dieses Jahr ausreichen wird. Die Frauen sind noch in der Küche und zaubern leckere Beilagen, Salate, Kuchen und so kann ungehindert das erste Bier in den Kehlen der durstigen “Grillmeister” verschwinden. Aris, der Sohn von Georgius, hat eine Spezialaufgabe von seinem Vater bekommen. Er ist verantwortlich für den Innerein-Grill! Auf dem “Gartenzaungrillrost” landen so feine Sachen wie gewickelte Darmspieße, Nieren, Leber, Lamm und Ziegenhoden und schon mal das eine oder andere Lammauge. So manch ein Tourist verschließt bei derartigen Leckereien schon mal die Augen. Aber keine Angst, Sie werden probieren müssen! Der Gastgeber ist schon fast beleidigt, wenn man nicht mal probiert! Die Familie amüsiert sich köstlich, wenn sie erklären, das dass eben probierte Hähnchen eigentlich der Samenvoratsbehälter einer wilden Bergziege war. Nicht jedermanns Geschmack, soll aber heute Nacht das Liebesleben ankurbeln!

Die Griechen sind ja wie bereis an anderen Stellen erwähnt, Meister im Improvisieren, deshalb wird aus 4 Balken und etwas Plane in Rekordbauzeit von nur einer Stunde schnell ein Sonnendach über dem großen Esstisch gebaut. Da tat es keinen Abbruch als pünktlich mit Fertigstellung der Baumaßnahme die Sonne verschwand. Kommentar des Gastgebers: “Wenn es regnet, werden wir wenigstens nicht nass!

 

 

Der Hausherr gab nach einer Grillzeit von 5 Stunden mit einem herausfordernden Blick das Startzeichen für den Grillschmaus! Nun wurde zuerst das Ziegenfleisch zerteilt und jeder bekam die ersten zwei Kilo auf seinen Teller. Die Frage, “Wer bitte soll das alles Essen” wurde sofort mit der nächsten Fuhre Lammfleisch beantwortet! Gut, das genügend Raki zum Spülen vorhanden war! Es war ein herrlicher Nachmittag und die Themen gingen uns nicht aus. Es wurde über die anstehende Kunstausstellungen von Georgius in Zypern und Deutschland geplaudert und die nächste Angeltour auf dem Meer verabredet. Zwischendurch kamen immer wieder Bekannte der Familie um Ostergrüße persönlich zu übermitteln. Nach 4 Stunden Tafelrunde wurde es eng in der Hose und es wurde Zeit den Gürtel um drei Löcher nach vorne zu verschieben. Nur Georgius konnte nicht genug von seinen Leckereien bekommen und irgendwann verschwand sein Gesicht hinter gestapelten Schüsseln und Tellern. Für die Hunde Otto und Rommel und die ca. 8 Katzen war übrigens auch ein Festtag, durften sie doch die Berge von Knochen vertilgen.

 

Nun zur Bewertung des diesjährigen Ostersonntag:

Gastgeber:

Super, deshalb Note 1

Grillgut:

Wie immer, zu viel und zu lecker, deshalb ebenfalls Note 1!

Stimmung:

Völlig entspannt, denn Tischetikette war nicht gefragt

Note 1

Gesamtfazit:

Wiederholungsbedürftig!

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