|
Nachdem wir uns nun Tagelang in den verschiedensten Olivenölfabriken rumgetrieben haben, stellen sich nun einige grundsätzliche Fragen! In Zusammenarbeit mit Vavara und den Fabrikbesitzern werden wir versuchen, diese etwas aufzuhellen! Wenn Sie auf Olivenöl schwören, sollten Sie vor dem Einkauf unserere Hinweise gründlich studieren!
Über die Qualität von Olivenöl wird viel geredet. Preisunterschiede verwirren den Käufer und er kann oft nicht verstehen, warum er für einen Liter kalt gepresstes Natives Olivenöl manchmal bis zu 10 € zahlen soll. Gibt es doch in Lebensmitteldiscountern für den gleichen Preis 10 Liter! Dazu steht auf den Verpackungen bei den Discountern manchmal auch noch “Extra Virgin” also “ “besonders fein”. Halt! Hier liegt einer der großen Irrtümer! Extra Vergine" ist kein Qualitätslabel für Olivenöl. In Europa gilt eine Güteklasseseinteilung, diese finden Sie am Ende dieser Seite! Aber zunächst die Antwort auf die Frage, “Warum überhaupt Olivenöl”
Olivenöl gilt als eines der ältesten Kulturgüter des Abendlandes. Bereits im antiken Griechenland wurde Olivenöl in großen Mengen hergestellt und im gesamten Mittelmeerraum gehandelt. In der Antike wurde Olivenöl außer als Speiseöl auch zur Körperpflege und zur Wundbehandlung sowie als Leuchtmittel verwendet.
In der Liturgie der katholischen und orthodoxen Kirche wird geweihtes Olivenöl (teilweise mit Balsam vermischt) bei der Taufe, Firmung, Priesterweihe, Krankensalbung sowie bei Bestattungen verwendet.
Olivenöl wird aus dem Fruchtfleisch bzw. dem Kern von Oliven gepresst. Kalt gepresstes Olivenöl gilt wegen seines großen Anteils an ungesättigten Fettsäuren als besonders gesund. Auf Grund seiner lebensmittelchemischen Struktur ist Olivenöl äußerst hitzestabil und deshalb ebenso vielseitig in der warmen Küche einsetzbar. Hier eignet sich besonders die Güteklasse "Olivenöl", die meist etwas milder im Geschmack ist und bei Hitzeentwicklung nicht so stark riecht. (Der mildere Geschmack ist kein Wunder, ist die Güteklasse Olivenöl doch ein Gemisch aus geschmacklosen raffinierten Olivenöl und einen gewissen Prozentsatz nativen Öles! Vergleichen Sie unbedingt in der unteren Güteklassentabelle) Für den besonderen geschmacklichen Pfiff bei warmen Speisen. z.B. nach dem Garprozess, einfach etwas Öl auf die Speisen träufeln. Außerdem findet das Öl zum Schmoren und Braten von Fleisch- und Fischgerichten Verwendung. Es kann sogar zum Grillen und Frittieren benutzt werden, weil dieses Öl besonders hoch (bis 210°C) erhitzbar ist. Native Olivenöle dagegen sollten nicht über 180°C erhitzt werden. Der Geschmack könnte darunter leiden. Olivenöl bereichert den Speiseplan, weil es sich sowohl in der einfachen Hausmannskost als auch in der raffinierten mediterranen Küche gut einsetzen lässt. In der kretische Küche spielt das Olivenöl neben der Zitrone eine dominante Rolle. Es gibt praktisch kein Gericht, das nicht mit Olivenöl und Zitrone zubereitet oder serviert wird. Auch heute noch ernährt sich die kretische Bevölkerung im täglichen Leben weitgehend vegetarisch von Brot, Bohnen und anderen Hülsenfrüchten, Salat, Gemüse, Mehlspeisen, Kartoffeln und Käse. Fleisch bleibt im allgemeinen für mehr oder weniger besondere Anlässe wie Bewirtung von Gästen oder Ausgehen mit Freunden und Familie reserviert. Der kretische "dörfliche" Salat und auch Gemüse ertrinken förmlich im Olivenöl, und die Kreter sind sehr wählerisch mit Öl. Wehe dem Gastwirt, der kein erstklassiges Öl verwendet! Er muss mit lautstarken Protesten seiner Gäste rechnen, und wenn er sich nicht eines besseren besinnt, kann er seinen Laden bald zumachen. Sein Brot in den Salatsud, einer Mischung aus Tomatensaft und Olivenöl zu "stippen", ist ein Genuss, den man sich bei einem Kretabesuch nicht entgehen lassen sollte.
Olivenöl und Gesundheit
Aufgrund seiner chemischen Struktur ist kretisches natives Olivenöl bestens als Nahrungsmittel geeignet. Es besteht hauptsächlich aus Triglyzeriden, die die grösste Gruppe der Lebensmittelfette bilden, und weil seine Zusammensetzung sehr ausgewogen in ungesättigten Fettsäuren ist, trägt es in hohem Masse zu gesunder Ernährung bei.
Seine Schutzfunktion hat einen heilenden Effekt bei Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes. Es regt die Absonderung von Pankreashormonen an und verringert die Bildung von Gallensteinen.
Seine Bekömmlichkeit ist hervorragend, und es hat einen wichtigen katalytischen Effekt auf den Vitaminstoffwechsel.
Seine Rolle in der Verhütung von Krankheiten des Herzens ist seit Jahrtausenden bekannt. Heute kennen wir fast vollständig die exakten Gründe seiner Vorteile, hauptsächlich seine Fähigkeit, die Cholesterolspiegelt zu kontrollieren. Dies erfolgt durch seinen grossen Anteil an einfach ungesättigen und dem ausgewogenen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren zusammen mit antioxydanten Stoffen wie Vitamin E und K.
Güteklassen beimOlivenöl
In Europa wird Olivenöl in Güteklassen eingeteilt Die europäische Verordnung EWG/ Nr.136/6623 unterscheidet neun Kategorien für Olivenöl. In diesen werden die Qualitätsbezeichnungen festgelegt, unter denen Olivenöl verkauft werden darf.
Kategorie I-III
(wird oft mißbräuchlich als “Extra Virgine” bezeichnet)
1. Natives Olivenöl extra
Kaltgepresst und ohne übermäßige Temperatureinwirkung, schonend hergestelltes Öl.
Das ist nur durch Mattenpressung möglich, bei der keine erhöhtenTemperaturen entstehen.(Nur dieses Öl könnte man, wenn überhaupt als “Extra Vergine” bezeichnen)
Siehe dazu unseren Bericht über Mattenpressung
2. Natives Olivenöl
Siehe dazu unseren Bericht über Olivenölherstellung
3. Gewöhnliches natives Olivenöl
Kategorie IV
Lampantöl
ist ein Olivenöl, das aber zum Verzehr nicht mehr geeignet ist, da z. B. die Höchstgehalte für die freien Fettsäuren, die Peroxidzahl oder die Gehalte an halogenierten Lösungsmitteln überschritten sind. Lampantöl wird dann der Raffination zugeführt und es entsteht hierdurch das Öl der Kategorie V
Kategorie V
Raffiniertes Olivenöl
Typische Geschmacks- und Geruchsanteile des Olivenöls fehlen
Das raffinierte Olivenöl wird in sehr großen Fabriken in Athen oder Italien hergestellt aus qualitativ minderen Ölsorten ( Damit ist gemeint, wenn die Oliven zu lange auf den Netzen lagen und der Säuregehalt zu hoch ist!) oder Lamanöl. Das Raffinierte Öl wird weiterverarbeitet zur Kategorie VI )
Kategorie VI
Olivenöl
Mischungen aus raffiniertem Olivenöl (V) mit nativen Olivenöl der Kategorie 1-3. Das Mischungsverhältnis ist nicht vorgeschrieben, so dass der Anteil an nativen Olivenöl 1-99% betragen kann. Je höher der Anteil an nativen Olivenöl, desto intensiver ist der Geschmack.
Dieses ist das oben beschriebene Öl zum Braten. Einfach und gut, wer es günstig liebt, liegt hier richtig, aber er hat leider kaum Freude am Geschmack!
Kategorie VII
Rohes Oliventresteröl
Das Öl ist zum Verzehr nicht geeignet! Aus dem Trester (fester Rückstand aus Kernen, Schalen und Fruchtfleischresten), der nach der Pressung der Oliven übrig bleibt, wird mit Hilfe von Lösungsmitteln (Benzin) der letzte Rest Öl gewonnen.
Siehe dazu den Bericht über die Tresterölfabrik in Pigi, demnächst hier!
Kategorie VIII
Raffiniertes Oliventresteröl
Rohes Oliventresteröl, das nochmals raffiniert wird. Das Öl ist ohne Geschmack
Könnte man zwar zum Braten nehmen, wobei allerdings keinerlei Geschmack auf das Bratengut übertragen wird. Das Öl wird nicht gehandelt, meistens zu Oliventresteröl weiterverarbeitet!
Kategorie IV
Oliventresteröl
Raffiniertes Oliventresteröl, das mit Anteilen von Nativem Olivenöl der Kategorie 1, 2 oder 3 gemischt wird. Zum Verzehr geeignet
Unser Tipp: Finger weg! Billigware, Herkunft kaum nachweisbar, da aus viele Ernten verschiedener Länder zusammengemischt! Aber leider darf gemäß Artikel 35 der Verordnung Nr. 136/66/EWG auf der Einzelhandelsstufe außer den Kategorien Natives Olivenöl extra, Natives Olivenöl, Olivenöl auch Oliventresteröl vermarktet werden. Gott sei Dank wird Oliventresteröl nicht in Deutschland gehandelt! Also Achting beim Kauf in Italien!
Folgende Öle sind im deutschen Einzelhandel erhältlich:
Natives Olivenöl extra
(In Feinkostabteilungen, Direktimport aus Kreta, Bezugsquellen weiter unten!)
Natives Olivenöl
(Mittlerer Preislage, in allen Geschäften erhältlich)
Olivenöl
(In große günstigen Gebinden z.B. bei Lidl oder Aldi)
Fazit:
1)
Wer es günstig möchte, hält sich an das Öl der Kategorie “Olivenöl”!
2)
Wer reines unverpanschtes Olivenöl haben möchte, kauft Kategorie II - III
3)
Wer das beste Öl möchte und nicht auf den Preis achtet, ist mit dem Öl der Kategorie I (Natives Olivenöl extra) bestens bedient!
Natur Pur, so wie es der Kreter liebt!
Hier nun einige Bezugsmöglichkeiten:
|