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Willkommen im Bergdorf Maroulas

Oliven-Ernte

Wissen Sie, woran man in Maroulas merkt, das der Herbst kommt? Nein, nicht wie in Deutschland daran, das die Blätter fallen! Eher daran, das es im Dorf stiller wird. Die Touristen sind weg und die Dorfbewohner sitzen tagsüber kaum noch vor dem Kafenion. Statt dessen ist eine eine hektische Betriebsamkeit spürbar. Schon am frühen Morgen verlassen die Bauern mit Ihren Pik-Up das Dorf. Die Wagen sind vollgestopft mit leeren Säcken und eigenartigen schwarzen Netzen. Auf den Ladekanten sitzen Familienangehörige und albanische Gastarbeiter. Wo wollen die bloß hin? Ach ja, es ist Zeit für die Olivenernte und alles muss mit ran! Aber was wollen die mit den schwarzen Netzen?

Fangen wir mal an, die Geheimnisse der Olivenernte zu erhellen!

Griechenland ist neben neben Italien und Spanien einer der größtem Olivenproduzenten der Welt. Besonders auf Kreta findet man riesige Olivenplantagen, die der Insel den Ruf einer “grünen” Insel  einbrachten. Das Bild rund um Maroulas wird von den immergrünen Olivenbäumen bestimmt. 

Man könnte meinen, dass es ja eine Wahnsinnsarbeit ist, die Unmengen an Oliven von den Bäumen zu pflücken. Aber an die Oliven kommt man hier auf eine andere Weise! Vielleicht ist Ihnen in Ihrem Urlaub auch aufgefallen, das in den Gabelungen der Olivenbäumen zusammengerollte Plastiknetze liegen. Diese Netze legt man kurz vor der Ernte unter den Bäumen aus.  Einige Bauern lagern Ihre Netze sicherhalbshalber aber auch am Wohnhaus, da es schon mal vorkommt, das ein benachbarter Bauer gefallen findet an der große Auswahl an “kostengünstigen” Netzen. Wenn also vor Ihnen ein Pick-Up fährt, der bis zu 3m hoch mit Netzen beladen ist, handelt es sich hier also entweder um einen solchen misstrauischen Bauern oder um einen “kostenbewußten” Konkurrenten.

Sind die Netze dann ausgelegt, geht es an die Ernte. Um an die beste grünen Oliven zu gelangen, werden diese mit langen Stöcken von den Bäumen geschlagen. Meistens handelt es sich dabei um lange Bambusstöcke, die hier in Massen am Strand wuchern.  Aus den “geschlagenen” grünen Oliven wird zum einem das Olivenöl mit dem größten Reinheitsgrad gewonnen, zum anderen  sind die mit diesem Verfahren, auch am besten zum Einlegen geeignet.

Die abgeschlagenen Oliven fallen auf das Netz und dieses wird dann nur noch etwas angehoben, so das sich die Oliven in der Mitte sammeln. Der Bauer legt sie dann in einen Korb und von da werden sie in die Säcke abgefüllt. Das Abschlagen mit Stöcken ist natürlich immer noch eine schwere Arbeit und der “Abschläger” spürt Morgens seine Arme und den Rücken!

Diese Methode wird auf Grund des Arbeitsaufwandes in Maroulas eher weniger betrieben. Hier breitet man die Netze zwischen Ende September und- Anfang Oktober unter den Bäumen aus, beschwert sie mit Steinen sandgefüllten Plastiktüten   und lässt sie oft bis zum Dezember liegen. Die reifen Oliven, meisten schon schwarz gefärbt, fallen schließlich von alleine von den Bäumen. Wenn ab Oktober die ersten Stürme kommen, wird dieser Vorgang natürlich beschleunigt.

Nun heißt es für den Bauern, raus auf den Olivenhain und die Oliven aus den Netzen einsammeln. Um so länger sie liegen bleiben, desto höher ist der Säuregehalt und dieser hat Auswirkungen auf den Verkaufserlös. Wenn dann Mitte Dezember die ersten großen Regengüsse einsetzen, sollte die Ernte eingefahren sein, denn spätestens zu diesem Zeitpunk würden die Oliven anfangen zu faulen.

Wenn alle Oliven in den Säcken verpackt sind, werden sie auf den Pick-Up gestapelt und dann geht es zu den Olivenölfabriken der Umgebung.

Die Oliven, die zum Verzehr vorgesehen sind, werden in Körben der weiteren Verarbeitung zugeführt.

 

Da zu dieser Zeit ständig beladene Fahrzeuge zu den Olivenölfabriken streben, werden wir uns auf der nächsten Seite mal an ein solches Fahrzeug dranhängen!

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