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Es gibt Geschichten, die man sich nicht ausdenken kann, dieses sind Geschichten des wahren Lebens auf Kreta! Ich möchte heute eine wahre Begebenheit schildern, die sich vor wenigen Monaten hier auf der Insel ereignete. Die Geschichte handelt von Mathios Konstakopta und seinen Hund Kunooti.
Vorgeschichte
Mathios war nie verheiratet und lebt als ewiger Junggeselle in einer netten 3 Zimmer Wohnung in einen kleinen kretischen Dorf nur wenige km von der Küstenstraße entfernt. Zu einer Heirat kam es nie, weil Mathios das seltene Talent hat, in Hundeerziehungsfragen ein As zu sein, aber diese Gabe gleichzeitig auf mögliche Heiratsaspirantinnen übertragen wollte. Im Laufe der Jahre hatte Mathios mehrere Hunde. Er benannte Sie immer Kunooti, dieses war sein zweiter Vorname, also sozusagen sein zweites ich.
Die Kunooti´s waren immer etwas besonderes! Immer Rüden, immer freiheitsliebend, klug, gehorsam (wenn nicht, wurden sie es) und von schöner sportlicher Figur! Die sportliche Figur bekamen sie durch reichlich Trainingsmaßnahmen. Mathios liebte es, sich auf seinen 100cc Skooter zu setzen und seine Hunde bei 80 Stundenkilometer hinter sich herlaufen zu lassen. Das macht schlank, das macht harte Fußballen! Schwimmen lernten sie auch immer schnell! Was blieb ihnen übrig, wenn sie in Hundeweitwurf in die See gingen und nur die Chance hatten, zu ertrinken oder das Schwimmen zu erlernen.
Trotz seiner harten Erziehungsmaßnahmen hatten es seine Hunde besser als andere Kretische Hunde, denn sie brauchten nie ihr Leben an der Kette zu fristen.
Sein letzter Kunooti verstarb auf der Autobahn, als er versuchte, Mathios mit seinem Skooter bei Tempo 100 einzuholen. Ein Kreter war sehr überrascht, als der unbeleuchtete Kunooti bei Tempo 60 vor seine Windschutzscheibe klatschte. Mathios beerdigte seinen treuen Gefährten auf dem Standstreifen und trauerte lange Zeit über den herben Verlust. Einige Monate später war er bei einem befreundeten Eisenwarenhändler und wollte einen Grill kaufen. Zunächst wurde man sich über den Preis nicht einig. Als der Händler aber als Zugabe einen Rüdenwelpen anbot, konnte Mathios nicht wiederstehen und ging so ein neues Hundeverhältnis ein.
Mathios hatte im Winter viel Zeit, da er nur im Sommer als Rezeptzionist arbeitete und sich in der Winterzeit am üppigen Arbeitslosengeld labte. So kam ihm die Hundeerziehungsaufgabe total gelegen. In der ersten Zeit erwies sich Kunooti allerdings nicht als würdiger Nachfolger von Kunooti, da er vor Freude über Mathios Erziehung ständig überall „hinpisste“, was zur Folge hatte, dass er nur noch auf der Terrasse leben durfte.
Besonders zeichnete Kunooti sein „Treu-Doofer“ Blick mit Hang zur Ängstlichkeit aus. Ansonsten war er drahtiger, brauner Hund mit schwarzen Flecken und weißer Blässe auf der Brust. Weiße Pfoten und kurzes Fell rundeten das Gesamtkunstwerk ab. Komischerweise sah dieser Hund, um so älter er wurde, seinem Vorgänger immer ähnlicher. Manchmal, nach 3-5 Karaffen Raki, begann Mathios was von Wiedergeburt und Seelenverwandtschaft zu nuscheln, immer sehr zur Erheiterung seiner Freunde.
Nach 6 Monaten hatte Mathios ihm das grundlegende Regelwerk der Konstakopta´s Hundeerziehung vermittelt. Er hatte Kunooti sogar beigebracht zwischen seinen Beinen auf dem Trittbrett seines Skooters mitzufahren. Halb Rethymnon kugelte sich bei dem Anblick, wenn die beiden durch die Stadt brauste. Dabei hatte er ihm dieses Kunststück nur aus Mitleid beigebracht!
Im Alter von 4 Monaten verfiel Mathios in alte Gewohnheiten zurück und wollte dem Jungwelpen eine sportliche Gestalt verpassen. Also ließ er Jung-Kunooti wieder bei Tempo 80 km/h hinter dem Skooter herlaufen! Folge war eine Auflösungserscheinung der Fußballen und ein Hund der drei Wochen nur noch auf blutigen Stümpfen über die Terrasse humpelte.
Kommen wir etwas näher an das Hauptthema der Geschichte.
An einem der letzen Abende vor dem zu berichtenden Ereignis, hatte Mathios mal wieder seinen berühmten „Um die Hotels ziehen Abende“ Mit ca. 2,1 Promille und Kunoooti zwischen den Beinen war er auf dem Weg nach Hause, als ihn in Höhe der Kart-Bahn ein akutes Wasserproblem ereilte. Er hielt, an um sich seines Problems zu entledigen. Kunooti erkundete in der Zwischenzeit die Umgebung und stieß dabei auf Hundegesellschaft. Der Hüter der Kart-Bahn war eine Mischung aus Bulldogge und Pitbull und eilte nun hinter Kunooti heran. Mathios sah diesem Schauspiel mit gemischten Gefühlen entgegen, hatte er doch schon die tollsten Zerfleischungsstorys über diese Hunderasse gehört. Er pfiff Kunooti verzweifelt herbei und der gute Hund eilte sofort auf den Skooter zwischen seine Beine. Nun aber nichts wie weg, auch wenn der Hosenreißverschluss noch nicht zu war! Und dann passierte es! Er fühlte einen Stoß gegen seinen Rücken und in der Sitzbank! Dann legten sich zwei Pfoten links und rechts auf seine Schultern. „Mathios, wie besoffen musst du sein, um dir das einzubilden“ flüsterte Mathios leise zu sich. Er drehte sich während der vollen Fahrt leicht um und sah etwas, für das Hollywoodtierdresseure Jahre brauchten. Hinter ihm saß doch wahrhaftig der massige Bulldog-Pitbull Körper und genoss mit ihm einen kleinen Abendausflug! „Das würde ihm nie jemand glauben“ zweifele Mathios an seinem Verstand!
Also, bloß nicht bewegen und immer schön gerade aus weiter. Mathios wusste, wo der Besitzer der Kart-Bahn wohnte und malte sich aus, dass der Hund dort vielleicht abspringen würde. Also hielt er vor dem Tor an und wackelte mit dem Skooter im Glauben die tödliche Umklammerung würde sich lösen! Nichts da! Der Köter machte keine Anstalten sein Moped zu verlassen. Was nun? Also, erst mal nach Hause. Vor der Tür angehalten, sprang Kunooti sofort ab und lief zur Gartentür. Dann ein Plumps, und das Monster sprang ebenfalls vom Sattel ab! Beide eilten in den Vorgarten und balgten sich dort! Vorsichtig, mit dem Arsch an der Wand, flüchtete sich Mathios in seine Wohnung und schloss drei mal hinter sich ab, sicher ist sicher, man weiß ja nie!
Draußen tobten die beiden Hunde die ganze Nacht und zerlegten Terrassenmobiliar, Essvorräte und den gepflegten Garten. Mathios bekam kaum ein Auge zu und er wünschte sich, das der Alptraum zu Ende gehen möge.
Am nächsten Morgen öffnete er vorsichtig die Tür und spähte auf das Chos. Beide Hunde schliefen vor Erschöpfung! Da er zur Arbeit musste, schlich er sich langsam zur Gartentür in Richtung Skooter. Vom Quetschen der Gartentür erwachten beide Hunde und stürmten auf ihn zu.....! Kunooti sprang wie gewohnt zwischen Mathios Beine - und das Monster? Der hechtete doch tatsächlich wieder hinter ihn auf die Sitzbank! An der Kartebahn sprang das Monster dann ab, als wenn nie was geschehen wäre!
Unglaubwürdige Geschichte meinen Sie? Mitnichten!
Ganze kretische Stammtischrunden johlen über die Geschichte!
Aber das war ja bisher nur die vorsichtige Annäherung an die Hauptgeschichte. Auf Bitte zweier netter Damen wurde ich gebeten nachfolgende Hauptgeschichte ausführlich zu Papier zu bringen! ! Der Bitte komme ich doch gerne nach, aber aus Platzgründen erst auf der nächsten seite!
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