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Letztes Jahr im August, bei einem Besuch im
Fantastico eröffnete uns die Tochter des Tavernenbesitzers Michalis Anomerianakis die frohe Botschaft. Im April 2007 soll geheiratet werden. Was für ein Schock! Hatte ich doch immer gehofft, das mein Sohn vielleicht mal der Auserwählte sein könnte. Nun gut, es sollte anders kommen. Der Zukünftige kommt aus dem Töpferdorf Margarites und soll eine bessere Partie sein. Der Winter verstrich und die Familie baute das gemeinsame Haus für die Beiden, das am Ortseingang von Maroulas liegt. Die Bauarbeiten lagen allerdings nicht in der geplanten Zeit und so muss die Hochzeitsnacht im Elterlichen Haus stattfinden.

Am 14.04.2007 sollte nun der große Tag in der Hauptkirche in Maroulas sein. Eine Woche vorher wurden wir von ihr persönlich zur Kirche und der anschließenden Feier in die Hochzeitshalle „Megaro“ eingeladen. Am Sonnabend zwängten wir uns also in Anzug und Festkleid und begaben uns gegen 19:00 zur Kirche. Dort war es bereits übervoll. Viele der Gäste mussten vor der Kirche warten. Man hatte das Gefühl, das ganz Margarites angereist war. Unter den festlichen Anzügen der Männer ließen bekannte Ausbuchtungen einiges erahnen. Durch den Seiteneingang ergatterten wir einen wunderbaren Sichtplatz, der auch das Fotografieren ermöglichte.
Der Dorfpope Papas Niko hatte Verstärkung erhalten durch den Popen aus Margarites. Beide sangen um die Wette und wurden stimmlich durch den Ältestenchor angetrieben. Vor den beiden stand das Brautpaar in froher Erwartung. Ich muss sagen, das wir selten so eine schöne Braut gesehen haben. Ihr anmutiges Gesicht erinnerte uns an die Darstellung Minoischer Frauen in den Stätten von Knossos. Die Gesänge und Reden zogen sich über eine Dreiviertelstunde hin, bevor der Pope den beiden die Ringe auf den Kopf setzte, die durch ein weißes Band
verbunden sind. Dann prasselte ein Regen von Reiskörnern über das Brautpaar. Ein Hochzeitsfotograf hielt alles professionell mit seiner riesigen Kamera fest.
Dann zogen die Besucher am Brautpaar vorbei und beglückwünschen die beiden. Kumbara und Kumbaros standen an deren Seite und sammelten auf einem silbernen Tablett die Geldumschläge der Gratulanten ein. Da dürfe eine hübsche Summe zusammengekommen sein. Meine Hochrechnung ergab ungefähr 30.000 Euro ohne die Familiengaben.
Draußen vor der Kirche, verwandelten sich die Ausbuchtungen unter den Anzugjacken der Männer in kaltes Stahl. Salven von Pistolenschüssen wiedersetzten sich dem Waffenverbot bei Hochzeiten. Einige anwesende Touristen wurden Leichenblass, angesichts der Ballerei. Am Ausgang bekam jeder Gast ein in Schleier gewickeltes Naschwerk. Nachdem die meisten Gäste die Kirche verlassen hatten, wurden die obligatorischen Hochzeitsfotos gemacht. Natürlich gelangen auch mir, als angehenden „Dorfchronist“ einige schöne Bilder des Brautpaares und der „Blumenkinder“
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