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 Autokauf und Aufenthaltsgenehmigung

Im Laufe von 13 Jahre habe ich das Thema Autofahren in Griechenland immer mit einer Gänsehaut verbunden. Ich habe mehrere Autos von D mitgenommen um hier unabhängig von teuren Mietwagen zu sein. Diese Autos waren Persönlichkeiten, - kein Wunder! Wurden Sie doch umbenannt in „Rudolf“ Krankie, Alfred, Knuffi! Was erlebte man nicht alles gemeinsam! Kasseler Bergen bei Tempo 30 auf der LKW Spur - Wer schwitzte mehr bei den Nachtfahrten ohne Autobahnvignette durch Österreich. -  Über den Brenner bei Schneeverwehungen mit einem 1,5 Tonnen Anhänger ohne Schneeschuhe. - Die erste Fahrten durch angebliches Mafialand, das jedes Autoherz sein Schutzblech festhalten ließ. - Tagelange Ruhepausen für die Freunde mit Innenleben vor den abgefahrenen Fähren in Ancona. Wie herzlos gingen die Fähreneinweiser dann oft mit meinen Freuden um. Erste Freunde fanden meine Weggefährten dann in Patras, waren die KFZ- Monteure doch wahre Freunde und konnten auch die kleinsten Wehwehchen heilen. In GR fanden sie Aufmerksamkeit, wie alte Freunde es verdienen, in  Deutschland hätten sie nur noch die Zukunft eines Schrottplatzes gehabt.

Wer war glücklicher, endlich die Reifen oder Füße auf Kretischen Boden zu setzen? Endlich Freiheit! Treibstoffnahrung billiger, Autowäsche noch von Hand, öfters mal eine Tote Katze unter den Reifen! Jeden Tag wurden die Gefährten liebevoll umhätschelt, - Öl, Wasser, Zündkerzen – ein Paradies für meine Freunde! Ein Paradies?

Da gab es die bösen, bösen Chefautos, in blau weiß lackiert und machten  meinen Freunden Angst! Ständig wurden sie angehalten, man schlich um sie rum, kontrollierte ihre Plaketten, meckerte herum das sie in Ihrem Alter noch so schnell durch die Haine donnerten. Am schlimmsten aber wurde es immer, wenn meine Freunde spürten, das die 6 Monatsfrist nahte! Sie wussten zwar, das EU- Recht unbefristeten KfZ-Aufenthalt versprach, aber die Griechen wollten nur Griechischsprachige Autos auf Kreta haben. Wer von meinen Freunden nicht binnen 6 Monaten kretisch Hupen gelernt hatte wurde des Landes verwiesen! Oft gelang es uns, durch Schleichwegfahren auch länger als 6 Monate im Land zu verweilen, allerdings immer mit Magenschmerzen und Schweißausbrüchen bei Stadtfahrten oder Flugplatztouren. „Rudolf“ lebte sogar 4 Jahre auf Kreta! Wäre er erwischt worden, hätte das 13 Euro pro Tag an die Zollbehörde bedeutet und den Einzug des Fahrzeuges. Jedes Jahr – neue Gerüchte – neue Hoffnung! Gesetz wurde abgeschafft – EU Recht setzt sich durch, - die 300 Diskussion im Kretaforum ob was dran ist! Nein, Forumsfreunde – das System konnte die Kontrollen dank Olympia noch ausweiten! Heute kann jeder Sheriff über Funk herausbekommen, wann du auf welcher Fähre ins Land gekommen bist! Da helfen keine Gedächtnisausfälle, nicht das wegschmeißen der Fährtickets, keine Täuschungsmanöver alá  „Ich spreche nu Kirgisisch“

Fakt ist und bleibt, - 6 Monate im Land mit Deutschem Nummernschild und dann raus, oder Einzug der Freunde und saftige Strafen, die schon mal ein Jahresgehalt bedeuten könnten!

Nach 13 Jahren war es also an der Zeit, sich der Schweißperlen zu entledigen und Fakten zu schaffen! Ein Auto mit Griechischen Nummer musste her!

Aber wie anfangen? Wo hin gehen? Welche Papiere? Welche Kosten?

Ich möchte hier meine diesjährigen Erfahrungen erläutern, so dass auch Forumsmitglieder die auf Kreta „Teilzeitleben oder Dauerleben“, in den Genuss eines Griechischhupenden Autos kommen.

Wo fange ich an? Ok, am besten legalisieren wir mal den Aufenthalt, denn meistens möchte man ja auch hier arbeiten den neuen Freund etwas zur Arbeit bewegen!

Was benötige ich also an Papieren für die Aufenthaltsgenehmigung, die  übrigens bei der KFZ- Zulassungsstelle auch vorgelegt werden muss?

1)Man gehe zu einem Fotogeschäft und lässt 6 Passfotos machen! 4 davon benötigt man für die Polizei. 1 hängt man in den Innenraum der alten „Freunde“ damit sie einen noch erkennen, wenn man nach langer Zeit mal wieder auf den „ewigen Abstellplatz“ nach dem Rechten sieht, und ein weiteres schickt man an den Nachbarn in D damit dieser ihn noch erkennt, weil man ja keine Autos mehr aus D abholt!

2)Man benötigt eine Steuernummer, denn ohne die geht hier gar nichts! Ob Telefonanschluß, Hausbau, Autoanmeldung, Moped........ überall wird man nach ihr gefragt. Die Steuernummer holt man sich im örtlichen Finanzamt. In Rethymnon liegt das Finanzamt in der Hauptstraße ca. 200m hinter dem Stadtpark auf der rechten Seite. Wer hier eine Urlaubsimmobilie hat, hat bereits eine Steuernummer (ist auf dem Steuerbescheid)

3)Man muss nachweisen, wovon man hier leben will und woher das Geld für ein Auto stammt. Der einfachste Weg ist ein Konto bei einer Bank zu eröffnen. Hat man die Kontonummer, (für die man neuerdings auch die Steuernummer benötigt) überweist man aus Deutschland einen höheren Geldbetrag, der das Leben für mindestens ein Jahr ermöglicht. Es sollte aber nicht mehr als 12 Tausend Euro pro Überweisung sein.

Für die Überweisung benötigt man ein internatonales EU- Überweisungsformular, das jede Bank in D bereithält. Der Überweisungsverkehr innerhalb der EU ist per Gesetz geregelt und das Geld muss binnen 5 Tagen gutgeschrieben werden.

Von dem Sparbuch macht man sich am besten eine Kopie und bewahrt auch die Durchschrift der Überweisung auf. Das Sparbuch muss man dann bei der Polizeibehörde zur Einsicht vorlegen.

4)Man muss nachweisen, das man einen Krankenversicherungsschutz hat, damit man dem Griechischem System nicht auf der Tasche liegt. Dafür sollte man das Formular 301 der Deutsche Krankenkasse vorlegen, oder eine Englischsprachige Bestätigung der Privatversicherung.

5)Man benötigt einen Reisepass oder Personalausweis

6) Man muss angeben wo man hier auf Kreta lebt

Hat man alle Unterlagen zusammen, geht man frisch gestriegelt zur polizeilichen Einwohnerabteilung, die in Rethymnon neben der Kriminalpolizei ist. Diese findet man, wenn man vom Hafen kommend um die Fortezza herumfährt und die erste Möglichkeit links abbiegt. Dort ist auch das Grundbuchamt. Dort wo viele blauweiße Autos stehen ist man dann richtig! Der Eingang ist ganz links.Man erklärt der bedienenden Dame, das man eine Aufenthaltsgenehmigung braucht. Die sogenannte Blue Card! Gerade wenn die Dame aufzählen will, was man dafür benötigt, legt man ihr ergebenst alle Papiere in Klarsichtfolie auf den Tisch. (4 Passbilder, Steuernummer, Ausweis, Versicherungsbestätigung, Sparbuch im Orginal)

 

Sichtlich erschüttert über soviel gute Vorbereitung wird die Dame den Verwaltungsvorgang beginnen. Es müssen einige Formulare ausgefüllt werden, wobei man gerne behilflich ist. Dann werden einige Unterschriften geleistet. Dann muss man einige Tage warten, bis die Blue Card ausgestellt ist und vom Behördenleiter unterschrieben wurde. Nach max. 5 Tagen darf man dann die Karte abholen. Man hat nun die offizielle Aufenthaltsgenehmigung, mit der man auch arbeiten kann. Sollte das EU-Recht andere Dinge vorsehen, wird hier leider anders gehandelt, das muss man aber so akzeptieren, denn palavern mit Staatsangestellten bringt wenig.

Nun zum Autokauf!

Wo kaufe ich ein gutes gebrauchtes Auto? Zu empfehlen ist es das Auto in einer Fachwerkstatt oder beim Autohändler zu kaufen. Dort kann man dann auch wieder hinfahren und evtl. Mängel beanstanden. Von Privat ist auch möglich, man erkennt zu verkaufende Autos an dem gelbe Aufkleber mit roter Schrift in de Windschutzscheibe. Ein weitere Möglichkeit ist es, griechische Automagazine zu kaufen und nach geeigneten zu durchsuchen.

Ich habe meinem Wagen in der Hyundai Werkstatt von Dimitrios Kouvanukis in Platanes bei Rethymnon (gleich an der Schnellstraße)gekauft und ein Schnäppchen gemacht. Erste Hand, Baujahr 1998, sehr gepflegt

Thema Geld noch mal! Wenn man die Kaufsumme vom Sparbuch abholt, dringend daran denken, das man sich eine Deviseneinfuhrbestätigung von der Bank geben lässt. Früher waren diese Zettel Rosa, heute weiß! Man braucht Sie als Nachweis für das Finanzamt, wo das Geld herkommt und ob es nicht vielleicht Schwarzgeld aus Arbeit in GR ist.

Thema Anmeldung:

Kauft man das Auto beim Händler ist dieser oft behilflich bei der Anmeldung, ansonsten muss man die Laufereien alleine durchziehen und das gestaltet sich recht schwierig. Es ist zu empfehlen, einen sogenannten Anmeldedienst in Anspruch zu nehmen. Diese Leute haben Ihre Büros meistens neben der Zulassungsstelle, kosten so um die 50 Euro und organisieren alles. Sie stellen sich an, ( manchmal halben Tag Wartezeit), bereiten alle Papiere vor. Sie brauchen dazu den Kfz-Schein, ( Brief gibt es nur für LKW ´s) der etwas anders aussieht als der Deutsche. Die erste Seite und zweite Seite ist hellblau, die dritte und vierte Seite hellgrün. In der zweiten Seite sind alle Fahrzeugangaben und dort ist auch die Steuernummer des alten Besitzers, bzw. später die eigene zu finden. Die dritte Seite dient zur Übertragung an den neuen Besitzer. Dort muss im Beisein des Zulassungsbeamten von Käufer und Verkäufer unterschrieben werden. Erst dann wir der neue Kfz-Schein ausgestellt. Auf der dritten Seite ist auch das Datum für das TÜV Datum vermerkt. Weiter muss die Steuernummer, Ausweis und die Blue Card vorgelegt werden. Wenn dann der Helfer an der Reihe ist, ruft er einen kurz an und man eilt zum Unterschreiben ins Büro der Zulassungsstelle. Das Büro für Rethymnon ist gegenüber vom Arbeitsamt, westlich der Polizeikaserne ( Einfahrt beim Expertradio-Geschäft).

Die KFZ- Steuer beträgt ca. 100€ pro Jahr für einen mittleren Wagen und ist jedes Jahr beim Finanzamt zu zahlen. Dafür bekommt man einen Aufkleber der vorne rechts in die Windschutzscheibe muss. Der Aufkleber hat die Jahreszahl als Hologramm, z.b. 06. Man kann diese Marke auch bei jeder Bank bekommen, wenn man das Überweisungsformular für das Finanzamt dort abgibt. Ab 2007 soll die Kfz-Steuer angehoben werden (Olympiaschulden sei Dank). Die ganze Anmeldung mit Gebühren und Anmeldehelfer hat bei mir 190 Euro gekostet. Etwas teurer als in D, aber OK

Thema Versicherung:

Anders als in Deutschland muss man bei der Zulassungsstelle keine Versicherungskarte vorlegen. Das ist etwas merkwürdig, denn es führt dazu, das niemand überwacht, ob ein Versicherungsschutz besteht. Tatsächlich fahren viele Griechen ohne Versicherungsschutz herum, was zu Problemen bei Unfällen führen kann. Man muss sich also eine Versicherung suchen und einen Vertrag über Haftpflicht abschließen. Zum Beispiel ist die Inter-American zu empfehlen, die in Rethymnon gegenüber der Nationalbank in der Hauptstraße zu finden ist. Nach Bezahlung der Prämie bekommt man eine Bestätigung, die in eine Plastikkarte in die Windschutzscheibe geklebt werden muss.

Thema TÜV:

 TÜV und ASU ist hier genauso Pflicht wie in Deutschland. Unser TÜV für den Bereich Rethymnon ist ca. 5 km außerhalb der Stadt auf dem Weg nach Spili (auf der rechten Seite). Alle Zwei Jahre muss man sich dort einen Termin holen und wird dann ähnlich wie in D gecheckt.

Thema Fahrzeugkontrollen:

Im Falle einer Polizeikontrolle müssen alle Papiere im Original mit sich geführt werden. Das heißt: der KfZ-Schein, TÜV Beleg, ASU Beleg, Führerschein. Die meisten Kreter lassen ihre Papiere im Auto, was etwas mulmiges Gefühl verursacht, da bei Diebstahl alles weg ist. Es empfiehlt sich deshalb alles zu fotokopieren und sicher zu verwahren.

So, das war nun erst mal das wichtigste zum Thema Autokauf in Griechenland! Werde demnächst diesem Artikel noch einige Bilder hinzufügen von der Zulassungsstelle, Polizeibüro und TÜV, aber Geduld, denn die Bilder muss ich erst noch knipsen.

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